PwC Gipfelstürmer 2014 – Teil 2

Tag 2 – Sturm auf das Nebelhorn

Tag 2

Nach einer Nacht in einem ungewohnten Bett und einem, naja Schlaf der nicht gut war, heißt es gegen 7:30 Uhr Aufstehen, was nach dem Tag gestern nicht ganz so einfach war, aber es geht mir gut und ich fühle mich super. Jetzt erst mal lecker frühstücken, einige sogar gleich mit Sekt 🙂 Das Buffett war sehr reichhahltig und lecker und es gab extra Tüten für die Rucksackverpflegung.

Das Wetter ist heute etwas trockener, aber es regnet noch immer und der Nebel verzieht sich nur sehr schwer, aber es scheint besser zu sein als am ersten Tag.

Um 9 Uhr treffen wir uns am Bus und es zu unserem nächsten Startpunkt. Ab hier geht es dann hoch zum Nebelhorn was heute seinem Namen zu 100% gerecht wird. Noch schnell ein Gruppenfoto, wer weiß wann wir uns so frisch wieder sehen 🙂

Wandern_PwC_Gipfelstuermer_2014_Tag2_Tobias_001

Heute geht der Weg mal überwiegend aufwärts. Unsere Knie werden es uns danken. Ohne richtige Schuhe geht hier heute nichts. Die Wege sind sehr nass, steinig und ausgewaschen entlang des Flusslaufes. Hier sind immer wieder kleine Stautreppen und die dadurch entstehenden kleinen Wasserfälle zu sehen. Viel interessanter finde ich allerdings die kleinen Wasserfälle die alle paar Meter von der Seite dem Fluss Wasser zuführten. Über einige dieser Fälle mussten wir rüber, aber das war bis hier an keiner Stelle ein Problem. Nur habe ich auf dem Stück leider meinen kleinen Begleiter verloren, was ich erst oben bemerkt hatte. 🙁 Man war eben zu sehr damit beschäftigt ein paar Bilder im Regen zu machen und den Anschluss an die Gruppe nicht ganz zu verlieren zumal das Laufen selber schon volle Aufmerksamkeit forderte. Der Anstieg forderte von mir alles, mein Puls war zum Teil auf 220 im ersten Abschnitt, aber das habe ich auch gemerkt und dann direkt das Tempo gedrosselt.

An der ersten Hütte, an welcher wir dann auch nach links abbogen und nicht mehr dem Fluss folgten haben wir uns noch mal alle gesehen. Ab hier löste sich dann die große in 3, oder 4 kleiner Gruppen, was auch vollkommen ok war.

Es ging auf sehr abenteuerlichen Wegen weiter. Wirklich festen Untergrund sollten wir erst wieder viele km später bekommen. Die Wege bestehen aus Wurzeln, kaum sichtbar, aber sau rutschig auf Wiesen, oder es geht mit kleinen Klettereinlagen über steile Geröllhänge und immer wieder durch, oder über kleine Wasserfälle an deren Kante es dann auch mal ein paar schöne Meter abwärts geht. Auf der anderen Seite sieht man an einem Hang, an der Steinlavine, die es da gegeben haben muss, wie wir uns langsam nach oben schrauben. Bis hier gab es schon immer mal wieder Situationen in denen ich echt an meinen Grenzen ankam und auch sehr bewusst und kontrolliert überschritten hatte. Dann war ich auf einem neuen Level, aber nicht lange, dann kam schon die nächste Grenze, egal ob psychisch oder physisch. Aber diese Erfahrungen waren für mich der Hammer.

Am See hat sich dann unsere Gruppe noch mal geteilt. 4 von uns traten den Rückweg an. Zu nass, zu anstrengend, zu gefährlich wird der weitere Weg. Auch ich habe überlegt mit umzudrehen, aber ich wollte durchhalten und noch ging es. Das ist dann wie der tote Punkt wenn man müde ist. Hat man den erst mal überwunden merkt man die Müdigkeit für geraume Zeit nicht mehr. So ist das auch mit der Anstrengung. Ich hatte einen Punkt überschritten an dem ich dachte ich lege mich jetzt einfach mal da hin, oder gehe in die Schutzhütte die gerade da stand und geh morgen weiter. “Das ist nur eine Fata morgana” kam es dann von den anderen 🙂  Da habe ich erst mal ein Bild von gemacht und dann ging´s schon wieder weiter. Und soll ich euch was sagen? Das Bild mit der Hütte ist nichts geworden…!? Und wer dachte, nur weil wir fast oben waren, den härtesten Teil hätten wir hinter uns, der hat sich getäuscht.

Da kam er, Abstieg am schlammigem, sehr schrägem, sehr rutschigem und sau gefährlichem Hang mit Felsvorsprüngen, Wurzeln die den Weg versperrten und stärker werdendem Regen und dichtem Nebel. Von dem Abschnitt habe ich auch keine Bilder, das war mir viel zu gefährlich. Am Ende wartete eine sehr nasse Wiese, aber es war mal ein paar Meter mehr, oder weniger gerade. Da kam dann auch die frage auf, schaffen wir es noch mal ganz hoch auf´s Nebelhorn, oder nicht. Die anderen hatte da so ca 30 Min Vorsprung.

Wir sahen dann unten eine feste Straße und entschieden uns diese anzupeilen, ein Aufstieg mit einem Klettersteig wollten wir uns nicht mehr zumuten, dafür waren wir fast alle zu fertig. Also dann, das kurze Stück noch da runter und dann zur Mittelstation der Nebelhornbahn. Welche der beiden in der Mitte wussten wir noch nicht. Erst mal am Weg ankommen und dann sehen wir weiter.

Ich habe mich doch dann tatsächlich, 50 Meter vorm festen Boden, noch mal schön in den Schlamm gesetzt und noch mal Glück gehabt. 20cm früher und ich wäre auf einem Stein gelandet. Aber auch da zeigte sich dann das die Trittsicherheit nicht mehr gegeben war und das die bessere Entscheidung war.

Auf der Straße war dann doch einiges los. Wir fragten dann ein nettes Paar wie lange man zur nächsten Station braucht. Die Antwort war klar. Nach oben sind es rund 500-700 Meter für die man locker 50 Min einplanen sollte da die Steigung um die Kurve, die wir nicht gesehen hatten, wohl noch mal richtig heftig ist. Zur unteren Station seien es zwar gut 2,5 km, aber nicht mehr mit so steilen Passagen. Dann lasst uns mal nach unten gehen…. Wären wir mal hoch gelaufen… das war läuferisch das härteste Stück Strecke für die Knie und die Gelenke. Hammer, was das ausmacht.

Aber, dann wären wir nicht an dieser tollen Hütte vorbei gekommen wo es super leckeren Nusskuchen und Nussecken und Kaffee gab. Hier kehrten wir erst mal ein und nahmen Kontakt zu den anderen auf. Einige sind dann tatsächlich noch ganz hoch auf den Gipfel, und liefen dann zu der Station an der auch wir warteten. Die anderen warteten an der oberen Mittelstation und liefen dann ab da gemeinsam zu unteren. Wir hatten dann wohl gerade noch eine Bahn früher bekommen.

Die Abfahrt mit der Gondel war fast wie Achterbahn nur nicht so schnell. Auch die Sonne lies sich noch mal blicken und bescherte uns einen Traumhaften Ausblick.

Unten trafen wir dann auf die 4 die umgedreht hatten und nach kurzer Zeit waren dann auch wieder alle komplett. Viele total am Ende, aber es ging allen gut, was bei einer solchen Gruppe schon erstaunlich ist 🙂

Wandern_PwC_Gipfelstuermer_2014_Tag2_Tobias_187

Am Abend sind wir dann nach ausgiebigem Wellness Programm zum nahe liegenden Reiterhof “gelaufen” und es ging bergab 🙂 Es gab ein super leckeres bayrisches Menü. Wobei ich die Haxe noch bereuen werde. Aber ich habe mich mal an einem Glas Weißwein versucht und keine Kopfschmerzen bekommen, was auch an dem Fett von der Haxe gelegen haben kann.

Mit Sodbrennen ging ich dann ins Bett. Einige andere in die Bar 🙂 Um 3:45 hörte ich dann lautstark “time to say good bye” aus der Bar, ich denke mal da war dann auch Schluss 🙂

Und weil das immer noch noch nicht alles war, aber auch dieser Beitrag eigentlich schon wieder zu lange ist, gibt es noch einen dritten Teil. Und ich werde wohl am Wochenende nachträglich noch ein paar Bilder vom Nebelhorngipfel einfügen wenn ich sie habe damit man wenigstens sieht was wir unten verpasst haben. 🙂

Hier natürlich noch unsere Strecke von heute.


Update:

Danke an Rainer von den Wanderteufeln. Er hat die Strecke mal in kurze Worte gefasst.
“Aufstieg von Reichenbach über den Tobelweg zu Gaisalpe, weiter über die beiden Gaisalpseen Richtung Nebelhorn, abgebogen zur Station Seealpe.”

Und hier noch ein paar Bilder der Kollegen auch vom Nebelhorn.

2 Antworten auf „PwC Gipfelstürmer 2014 – Teil 2“

  1. Tobias ich bin ja hin und weg, was du da geleistet hast, ja klar die anderen auch.

    Grenzerfahrungen in der Gruppe, das motiviert viel mehr zum durchhalten. Du hast meinen Respekt, auch für die eindrucksvollen Fotos, die du dazu gegeben hast.

    Herrlich

    Es grüßt dich Elke, die in dieser Region noch nie unterwegs war.

    PS: Hast du mitbekommen, dass ich dich für den Liebster Award nominiert habe?

    1. Hallo Elke,
      vielen lieben Dank für den tollen Kommentar.

      Die Region ist super schön. Ich war auf jeden Fall nicht das letzte mal da.

      Das mit dem Liebster ist an mir vorbei gegangen. Hatte da zwar was bei Facebook von dir gesehen, aber nicht das ich auch genannt wurde 😀

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

17 − dreizehn =