Wandern ist für mich…

Elke von Fotografische Reisen und Wanderungen hat im Januar eine Blogger- und Leserparade  unter dem Motto „Wandern ist für mich…“ gestartet. Das hat auch bei mir dazu geführt mir mal so meine Gedanken zu machen und diese auch einfach schriftlich festzuhalten.

 

– Wandern ist für mich … den Kopf frei bekommen
– Wandern ist für mich … auch Sport
– Wandern ist für mich … Entschleunigung
– Wandern ist für mich … ein bewusstes Hier und Jetzt
– Wandern ist für mich … aus eigener Kraft weiter kommen
– Wandern ist für mich … wie Meditation
– Wandern ist für mich … Überwindung von Grenzen
– Wandern ist für mich … den Kopf frei bekommen
– Wandern ist für mich … eine Zeit ohne Computer, Handy, Internet (Navi ist die Ausnahme)

 

Wie kam ich eigentlich zum wandern?

Ja, wo fängt man da an. Ich war schon immer gerne draußen in der Natur, aber das hat mit den Jahren und dem Heuschnupfen immer mehr abgenommen. Dazu kamen später noch die Arbeit und andere Verpflichtungen die dafür sorgten das ich mir immer weniger Zeit nahm um einfach mal spazieren zu gehen. Erst unser Hund „Shorty“ sorgte dafür das wir wieder mehr raus gehen mussten und ich merkte wie gut das für die Seele ist, aber es bedeutete auch Stress, nämlich dann, wenn man eigentlich keine Zeit hatte. Und vieles drehte sich nur noch um die Frage; Können wir den Hund da mitnehmen? – Aber die Zeit mit ihm möchte ich nicht missen und irgendwann kommt auch wieder ein neuer Hund, aber das ist ein anderes Thema.
Wie kam ich jetzt aber dazu, vom spazieren gehen zum Wandern?
Ich bekam die Diagnose Hashimoto (eine Autoimmunerkrankung welche die Schilddrüse zerstört). Auf der einen Seite war ich froh, endlich eine Diagnose, endlich wird es mir bald besser gehen. Ich habe mich eingelesen was dass jetzt für mich bedeutet, Bluttests machen lassen, alles Protokolliert was ich an Medikamenten und Nahrungsergänzungen zu mir nahm um eventuelle Veränderungen erklären zu können. Ich fing an auf Sachen zu verzichten von denen ich dachte das sie nicht für mich sind. In meinem Kopf drehte sich alles nur noch um Hashimoto. Die ersten beiden Wochen mit der Medikation waren der Hammer. Mir ging es so gut wie schon Jahre nicht mehr. Dann kam die Ernüchterung, im Laufe eines Monats ging es mir, trotz der Tabletten fast wieder so wie vor der Diagnose. Hinzu kam im ersten Winter der Anfang einer Depression die ich nur Dank einer recht guten Selbstreflexion recht früh bemerkte und gleich zum Arzt ging. Es wurde ein heftiger Winter.
Im Frühjahr merkte ich immer mehr wie es mich raus zog, in die Natur. Aus längeren Spaziergängen wurde die erste Wanderung. Schnell hatte es mich gepackt und ich wollte immer öfter raus. Mit Hund, oder Kind, aber auch gerne alleine.
Für mich sein, Mein Tempo, Meine Blicke, Meine Gedanken – oder auch einfach mal keine – Meine Zeit für mich. Keine Eile, keine Termine aber doch auch schon mit sportlichen Herausforderungen. Das war die Zeit in der auch das Wort „Entschleunigen“ immer bekannter wurde. Wandern wurde zu einem echten Hype.

Getreu dem Motto

Nur wo du zu Fuß warst bist du auch wirklich gewesen

(Johann Wolfgang von Goethe)

gehe ich seit dem Frühjahr 2014 wandern.

 

Welche Streckenlänge gehe ich?

Ich fing an mit ca 5 km. Habe für mich aber derzeit eine Länge von 8-15 km als angenehm eingestuft, es kommt aber auch auf das Wetter und das Gelände an. Länge ist nicht alles.

 

Wie lange brauche ich um Abzuschalten?

Eigentlich habe ich das schon wenn ich aus dem Auto ausgestiegen bin und das Navi die Strecke hat. Ab jetzt bin ich in einer anderen Welt.

 

Auf welchen Wegen laufe ich am liebsten?

Ich bin gerne im Wald unterwegs und dort am liebsten auf weichem Waldboden. Wenn ich kann nutze ich Waldwege, am besten noch entlang an Flüssen.

 

Wandern im Regen?

Das ist eine gute Frage. Prinzipiell gehe ich auch im Regen wandern, aber mich bei regen zu motivieren das Haus erst mal zu verlassen fällt mir sehr schwer. Was ich nicht mag ist wenn es eisig ist. Nass und kalt in Kombination bringt mich dann erst recht nicht mehr vor die Tür. Wenn ich aber erst mal draußen bin und laufe ist mir das Wetter fast egal, so lange ich die richtige Kleidung trage.
Wanderungen im Regen haben ihre ganz eigenen Reize.

 

Welches Gefühl nimmst Du nach einem Wandertag mit in den Alltag?

Das ist ganz einfach. Ich muss alles mit mehr Ruhe angehen und mir mehr Zeit für mich nehmen, dann fühle ich mich einfach ausgeglichener.

 

Wie lange hält die Wirkung einer Wanderung?

Das ist sehr von der Wanderung selber abhängig, aber ich kann sagen das es schon 2-5 Wochen sind die ich von der getankten Kraft zehren konnte.

 

Wandere ich lieber alleine oder in der Gruppe?

Ich bin echt sehr gerne alleine unterwegs weil ich dann nach keinem schauen muss und ich nur für mich sein kann. Ich gehe in meinem Tempo und kann auch einfach mal stehe bleiben wenn mir danach ist.
Das bedeutet aber nicht, dass ich mich in einer Gruppe unwohl fühle, aber es ist dann eben was anderes. Man muss mehr reden und mehr Rücksicht aufeinander nehmen. Es kommt auch wieder auf die Größe der Gruppe an. Ich bin schon mit Gruppen mit 3 Leuten Gewandert, aber auch schon in einer Gruppe mit 50 Personen. Ich denke das Gruppen bis 20 Personen noch einigermaßen zusammen laufen können und selbst das ist schon schwierig. Ich würde gerne öfter mit ein paar Wanderfreunden gemeinsam wandern gehen, aber in meinem Freundeskreis finden sich leider keine Wanderfreunde und in einem Verein möchte ich nur ungern mitlaufen.
Ich habe auch schon überlegt das Deutsche Wanderabzeichen zu machen, aber auch hier muss man wieder in einem Verein aktiv sein.

 

Und am Ende stelle ich fest. Ich war 2016 viel zu selten wandern. Ich wünsche Dir, lieber Leser, viele schöne Wanderungen und Momente in 2017.

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